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Konzept zur Förderung der Naturwissenschaften mit Schwerpunkt auf den Bereichen Physik und Chemie sowie der Technik
1. Ausgangslage 2. Zielsetzung 3. Zielgruppen 4. Forderungen des Lehrplans Sachunterricht 5. Inhalte 6. Didaktik
7. Förderumgebung 8. Materialien 9. Finanzierung 10. Lerndokumentation 11. Stundenplan/ Zeitansatz 12. Reflexive Koedukation 13. Personal
14. außerschulische Lernorte 15. Fortbildung 16. Unterstützungssystem 17. Kooperationspartner
1. Ausgangslage
Hervorgerufen durch das nachlassende Interesse an den Naturwissenschaften in der Gesamtbevölkerung hat die Politik eine Initiative ergriffen, die Naturwissenschaften und die Technik
verstärkt in das Bewusstsein zu rücken. Beginnend im Kindergarten sollen diese Bereiche verstärkt in der Grundschule im Unterricht behandelt werden. Ziel ist es, das Interesse der Kinder so früh wie
möglich zu wecken und später eine Ausbildung in diesen Bereichen als Perspektive in die eigene Lebensplanung einzubeziehen.
Als rohstoffarmes Land muss Deutschland einen Schwerpunkt bei Ausbildung und Bildung setzen, um bei der Planung und Entwicklung innovativer Produkte bzw. Dienstleistungen ein
führender Anbieter auf dem Weltmarkt sein zu können. Physik und naturwissenschaftliche Bildung gehören zu den Schlüsselfaktoren für ein erfolgreiches Bestehen im Wettbewerb der Hochtechnologieländer.
Naturwissenschaften bilden die Grundlage für neue Entdeckungen und Innovationen und haben damit einen sozialen und wirtschaftlichen Wert für die Gesellschaft. Leider rufen die
Naturwissenschaften in Deutschland noch zu wenig Begeisterung hervor. Um dem entgegen zu wirken, müssen schon Kinder möglichst frühzeitig Einblicke in naturwissenschaftlich-technische Phänomene
erhalten. Dann wird es vielleicht möglich sein, die Anzahl der Studierenden in den Natur- und Ingenieurwissenschaften zu steigern. Derzeit ist ihr Anteil in der Gesamtbevölkerung viel zu niedrig.
2. Zielsetzung
Durch eine möglichst frühe Berührung der Kinder mit den Naturwissenschaften/ Technik soll ein lang anhaltendes Interesse geweckt werden. Es geht um die Förderung
naturwissenschaftlichen Denkens und Arbeitens. Naturwissenschaftliches Denken und Arbeiten bedeutet, dass Kinder selbst im kleinen Maßstab das nachvollziehen, was Wissenschaft tut: Forschen und
Entdecken.
Um dieses Ziel in Zukunft erreichen zu können, muss der Einstieg schon in den Kindertagesstätten erfolgen. Die dort durch die Befriedigung des natürlichen Forscherdranges entstandene
Begeisterung greift die Grundschule in Klasse 1 auf und überführt sie Zug um Zug in die Formen des gelenkten Lernens.
3. Zielgruppen
Wenn es gelingt, in Kooperation mit den Kindertagesstätten ein forschendes Interesse bei den Kindern vor dem Schuleintritt anzulegen, wird ein nahtloser Übergang mit der Klasse 1
gewährleistet sein. Somit umfasst die Zielgruppe bei der Förderung in den Bereichen Naturwissenschaft und Technik alle Kinder der Klassen 1 – 4 durchgängig.
4. Forderungen des Lehrplans Sachunterricht
Im Lehrplan sind die Naturwissenschaften und der Bereich Technik im Fach Sachunterricht in den Bereichen Natur und Leben sowie Technik und Arbeitswelt integriert. Damit ist
vorgegeben, dass entsprechende Inhalte in den Unterricht in allen Klassen aufzunehmen sind, um den Kindern den Erwerb entsprechender Kompetenzen zu ermöglichen.
Im Mittelpunkt steht das forschende Lernen. Dabei erhalten die Kinder immer Gelegenheit, ihre eigene Lebenswelt zu erkunden, zu erforschen und Aufgaben erfolgreich gemeinsam zu planen
und zu bearbeiten. Dabei werden Teamfähigkeit, Arbeitsteilung und soziale Kooperation gezielt gefördert. Wissbegier, Interesse und Freude an der forschenden und handelnden Auseinandersetzung mit der
Umwelt werden geweckt und gefördert. Bereits vorhandene Vorstellungen, Erfahrungen, Deu- tungsmuster und Handlungsmöglichkeiten der Schülerinnen und Schüler werden genutzt, erweitert und so ausgebaut,
dass es zu sachgerechten, nachvollziehbaren und überprüfbaren Arbeitsergebnissen kommt.
Diese Forderungen des Lehrplans wurden auch in der Vergangenheit im Unterricht in der Herseler-Werth-Schule weitestgehend erfüllt, das Bewusstsein für die Bedeutsamkeit kann und muss
jedoch durch weiter reichende Maßnahmen optimiert werden.
5. Inhalte
In den Naturwissenschaften soll bei den Kindern sowohl im Bereich Physik als auch im Bereich Chemie sowie im Bereich Technik ein forschendes Interesse geweckt und erhalten werden. In
beiden Bereichen steht eine Fülle von ungefährlichen Experimenten zur Verfügung.
Bereich: Natur und Leben Schwerpunkt: Stoffe und ihre Umwandlung
Schuleingangsphase • vergleichen und untersuchen Materialien und deren Eigenschaften (z. B. Härte, Geruch, Farbe, Löslichkeit, belebt/ unbelebt) und beschreiben Ähnlichkeiten und
Unterschiede
Klasse 3 und 4 • untersuchen sichtbare stoffliche Veränderungen der belebten und unbelebten Natur, stellen Ergebnisse dar und beschreiben sie (z. B. Aggregatzustände des Wassers,
Trocknungsprozesse bei Früchten, Lösungsmöglichkeiten von festen Stoffen, Stoffumwandlung bei Verbrennung)
Bereich: Natur und Leben Schwerpunkt: Wärme, Licht, Feuer, Wasser, Luft, Schall
Schuleingangsphase • entdecken Eigenschaften z. B. von Wasser und Luft, Wärme und Kälte, Licht und Schatten in Experimenten
Klasse 3 und 4 • untersuchen und beschreiben die Bedeutung von Wasser, Wärme und Licht für Menschen, Ergebnisse aus (z. B. Licht, Feuer, Wasser, Luft, Schall)
Bereich: Natur und Leben Schwerpunkt: Magnetismus und Elektrizität
Schuleingangsphase • untersuchen Wirkungen von Magneten und be-schreiben sie
Klasse 3 und 4 • fertigen Modelle zum Stromkreislauf an, beschreiben, erklären und beachten Sicherheitsregeln im Umgang mit Elektrizität (z. B. Geräte, Steckdose)
Bereich: Technik und Arbeitswelt Schwerpunkt: Beruf und Arbeit
Schuleingangsphase • benutzen Werkzeuge und Werkstoffe sachgerecht
Klasse 3 und 4 • untersuchen einfache mechanische Alltagsgegenstände und beschreiben ihre Funktion • erproben unterschiedliche Lösungen für technische Problemstellungen (z. B.
Kraftübertragung; Statik und Stabilität; Bewegung, Beschleunigung, Bremsen; Wärme, Wärmedämmung) • dokumentieren und beschreiben technische Erfindungen und bewerten die Folgen ihrer Weiterentwicklung
für den Alltag und die Umwelt (z. B. Brücken, Fahrzeuge, Maschinen)
Bereich: Technik und Arbeitswelt Schwerpunkt: Maschinen und Fahrzeuge
Schuleingangsphase • bauen Fahrzeuge und Maschinen mit strukturiertem (z. B. Baukästen) und/ oder unstrukturiertem Material und erproben ihre Funktionsweisen.
Klasse 3 und 4 • untersuchen den Aufbau und die Funktion einfacher mechanischer Geräte und Maschinen und beschreiben ihre Wirkungsweise (z. B. Salatschleuder, Fahrrad, Wippe)
Bereich: Technik und Arbeitswelt Schwerpunkt: Bauwerke und Konstruktionen
Schuleingangsphase • bauen mit einfachen Werkstoffen
Modelle von Bauwerken (z. B. Brücken, Türme)• fertigen und nutzen einfache Modellzeichnungen
Klasse 3 und 4 • konstruieren Bauwerke, beschreiben und dokumentieren Zusammenhänge zwischen Materialien und Konstruktionen (z. B. Brücken, Türme)
Bereich: Technik und Arbeitswelt Schwerpunkt: Ressourcen und Energie
Klasse 3 und 4 • sammeln und dokumentieren Beispiele für unterschiedliche Formen der Energieumwandlung (z. B. Wasser, Wind, Licht, Kohle)
Die genauen Themenbereiche werden in einem schulinternen Curriculum in jahrgangsspezifischen Arbeitsplänen dargestellt.
Im Verlauf ihrer Forschungen erleben, erkunden, beobachten, untersuchen und deuten die Kinder Naturphänomene. Sie erfahren dabei Möglichkeiten und Verfahren, Untersuchungen
selbstständig zu planen, Beobachtungen zu ordnen, über die eigenen Wahrnehmungen mit anderen zu kommunizieren und neu gewonnene Kenntnisse für sich und andere zu sichern.
6. Didaktik
Der Unterricht wird so angelegt, dass die Kinder Lösungen für Problemstellungen durch eigenes Tun finden können. Die Lehrkraft setzt dabei nur einen Anfangsimpuls und stellt den
Kindern die entsprechenden Experimentiermaterialien zur Verfügung. Dabei ist darauf zu achten, dass die Auswahl der Materialien die Kinder in ihren Handlungen nicht zu stark einschränkt. Die Kinder
müssen sich im Forschungsprozess umfassend entsprechend eigenen Vorstellungen und Ideen entfalten können.
Idealer Ausgangspunkt ist eine von den Kindern selbst entwickelte Fragestellung, auf die unter Einbeziehung bestehenden Wissens, geäußerten Vermutungen und Experimenten eine Antwort
gefunden wird. Dabei benötigen das Formulieren des Problems, das Planen, Modellieren und Vermuten Zeit und Sorgfalt.
Zumindest anfangs werden die Kinder sich aber schwer tun
- beim Entwickeln einer gut zu untersuchenden Forscherfrage, - dem selbstständigen Planen einer Untersuchung, - dem Aufstellen sinnvoller Hypothesen,
- dem systematischen Experimentieren - sowie dem Reflektieren und - Präsentieren eigener Ergebnisse.
Forschendes Lernen darf nicht dazu führen, dass der Aufbau systematischen Wissens nur unzureichend gefördert wird.
Beim forschenden Lernen ist daher zu beachten:
- Die Ausbildung zum kleinen Forscher muss langfristig und breit angelegt sein. Sie sollte bereits in der KITA beginnen und in der Grundschule ab Klasse 1 fortgeführt
werden. Der Einstieg muss spätestens in Klasse 1 erfolgen. - Nicht alle Komponenten forschenden Lernens müssen immer gleichzeitig gefördert werden. Die langfristige Förderung
von Teilkompetenzen ist ebenso wertvoll. - Bei ihren Forscherbemühungen brauchen die Kinder Unterstützung. So kann es durchaus sinnvoll sein, z.B. die Forscherfrage oder die Gesamtplanung
vorweg zu geben. Mit der Zeit wird diese Führung Schritt für Schritt reduziert. - Im forschenden Unterricht übernimmt die Lehrerin die Rolle einer Beraterin für die einzelnen
Lerngruppen. - Forschendes Lernen erfordert aufgrund des heterogenen Leistungsvermögens der Kinder eine starke Differenzierung. Während die einen absolut sinnvoll und
ergebnisorientiert selbstständig arbeiten, benötigen andere intensive Unterstützung. - Lehrergeführte Unterrichtsphasen sind sinnvoll und notwendig. - Bei der Reflexion und Präsentation
der Forschungsergebnisse benötigen die Kinder anfangs Hilfestellung. Die Reflexion macht ihnen bewusst, was sie beim Forschen gelernt haben. - Es ist eine große
Herausforderung für die Kinder, ihre Forschungsergebnisse in Worte zu fassen. - Je mehr die Kinder schreiben gelernt haben, um so mehr müssen sie dazu angeleitet werden, ihre
Forschungsergebnisse in einem Forschertagebuch darzustellen. Da die Kinder diese Kompetenz unterschiedlich schnell erreichen, ist ein differenziertes Vorgehen erforderlich.
Bei aller Begeisterung für naturwissenschaftlichen Unterricht muss man sich darüber im Klaren sein, dass naturwissenschaftlicher Unterricht Fallen enthält: - Es besteht z.B. die
große Gefahr, dass Experimente zu keinem Erkenntnisgewinn führen. Entstehen kann dieses Problem, weil Kinder Fragen beantworten sollen, die sie nicht gestellt haben und mit ihrem
Alltag nichts zu tun haben. - Auch bei selbst gewählten Fragen ist ein Erkenntnisgewinn nicht garantiert. Das Recherchieren von Antworten und Zahlen aus Internet und Büchern erbringt
allenfalls Wissen, aber keine Kompetenz im naturwissenschaftlichen Denken. - Freude am Experimentieren ist kein hinreichendes Ziel, denn Experimentieren ist keine Garantie für
Verstehen. - Kinder sind keine geborenen Naturwissenschaftler und geben sich gern mit einer schnellen Erklärung zufrieden.
7. Förderumgebung
Kinder lernen handelnd. Dieser allgemeine Grundsatz muss vor allem im naturwissenschaftlichen Unterricht berücksichtigt werden, da Experimentieren immer Handeln bedingt.
Um experimentieren zu können, muss eine experimentierfreundliche Umgebung in Form einer Lernwerkstatt zur Verfügung stehen. Als Lernwerkstatt wird eine materialreiche Umgebung für
schulisches und außerschulisches Lernen bezeichnet. Im Zentrum steht das Lernen über eigene Erfahrungen, also durch praktisches Ausprobieren und selbstaktives Lernen.
Dazu soll in der Schule ein Förderbereich,
der spezifischen Bedingungen genügt, eingerichtet werden:
Bereich 1 (Trockenbereich):
- Größe eines Klassenraumes - Arbeitsplätze für bis zu 32 Kinder - 8 Vierergruppentische mit je zwei Steckdosen - Schränke zur Aufbewahrung der umfangreichen Materialsammlung
- fahrbares Smartboard zur frontalen Darstellung und Präsentation
Bereich 2 (Nassbereich):
- Größe eines halben Klassenraumes - großer Experimentiertisch von ca. 5,00 x 2,50 x 0,70 m mit säurefester Auflage
Die Kinder stehen bei ihren Experimenten nebeneinander um diesen Tisch. - je ein Spülbecken mit Wasserzufluss an der Mitte jeder Seite -15 UP-Feuchtraumdoppelsteckdosen im Sockel verteilt
umlaufend unterhalb der Auflage - Schränke zur Aufbewahrung der umfangreichen Materialsammlung
Die Herseler-Werth-Schule verfügt über die erforderlichen Räume im Untergeschoss des Nebengebäudes. Die dort vorhandenen Räumlichkeiten in einer Gesamtkapazität von drei Klassenräumen
müssen aber umgebaut werden:
jeweils anderthalb Klassenräume für den Bereich Naturwissenschaften/ Technik und für den Förderbereich zur Förderung der basalen Fähigkeiten. Die Umgestaltung ist in einem gesonderten Konzept „Umgestaltung des Untergeschosses des Nebengebäudes“ dargestellt.
8. Materialien
Um zu allen unter Pkt. 5 aufgeführten Inhalten Experimente durchführen zu können, bieten die Firmen Cornelsen und Metallus umfangreiche Materialien an. In Tabellen im Anhang werden
die benötigten Materialien aufgelistet. Sie wurden im Rahmen dieses Konzeptes ausgewählt, um eine Bedarfsermittlung erstellen zu können.
Die endgültige Festlegung auf die zu beschaffenden Materialien und die die Lieferanten erfolgt auf der Basis des schulinternen Curriculums.
Der Finanzbedarf beträgt ca. 35.000 € incl. der neuer bedarfsgerechter Möbel.
9. Finanzierung
Aus der Aufstellung ergibt sich für die Beschaffung der Experimentiermaterialien sowie von Einrichtungsgegenständen ein Finanzbedarf von ca. 34.000 €. Da die Schule diesen
Betrag nicht allein aufbringen kann, wird um Unterstützung gebeten.
Schulgemeinschaft
Die Schulpflegschaft hat den Beschluss gefasst, Umsatzerlöse aus Weihnachtsmarkt und Schulfesten für die Finanzierung der Förderung der Naturwissenschaften/ Technik zur Verfügung zu
stellen. Derzeit liegt ein Betrag von 6.600 € für entsprechende Maßnahmen bereit. Beim Schulfest im Sommer 2009 ist davon auszugehen, dass weitere ca. 4.000 € hinzukommen werden. Einen
entsprechenden Beschluss vorausgesetzt ist die Schule damit in der Lage, ca. 10.000 € zur Finanzierung beizusteuern. Evtl. können weitere Mittel über einen Sponsorenlauf erwirtschaftet werden.
Entsprechende Beratungen werden noch in diesem Schuljahr in den schulischen Gremien durchgeführt.
Schulträger
Die Stadt Bornheim als Schulträger der Herseler-Werth-Schule wird gebeten, die Kosten für die bauliche Umgestaltung der Förderumgebung im Untergeschoss des Nebengebäudes (siehe
Konzept „Umgestaltung des Untergeschosses des Nebengebäudes“) aus den Mitteln des Konjunkturpaketes II zu übernehmen.
Landesmittel
Das vorliegende Konzept wird beim „Ministerium für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie“ des Landes NRW zur Begutachtung und der Bitte um Unterstützung
eingereicht.
Örtliche Unternehmen
Über die Stadtverwaltung soll versucht werden, bei ortsansässigen Unternehmen Unterstützung für die Maßnahme zu erhalten.
10. Lerndokumentation
Forschung ist ohne eine Dokumentation der Arbeitsschritte und –ergebnisse von Versuchsreihen nicht denkbar. Bei ihren Forschungen sollen daher auch die Kinder eine Dokumentation
anlegen.
Sie enthält auch Eintragungen über Lernfortschritte, Ergebnisse und Erkenntnisse. Es können weiterführende Gedanken zur späteren Verwendung notiert werden oder Experimente entworfen
werden, die im Moment noch nicht durchgeführt werden.
Dabei lernen die Schüler, ihren Lernprozess und ihre Lernergebnisse zu dokumentieren und zu reflektieren. Diese Dokumentation hilft Lehrern und Schülern, die Qualität der bisherigen
Arbeit einzuschätzen und das weitere Lehren und Lernen zu planen.
die Dokumentation erfolgt in regelmäßig. Mit den Schülern wird vereinbart, dass am Ende einer Arbeitsphase eine Dokumentation der Ergebnisse erfolgt. Ebenso kann ein Rückblick auf die
durchgeführte Arbeit oder ein Ausblick auf weitere Vorhaben und Projekte erfolgen. Die Einträge können gemeinsam durchgesehen werden und gegebenenfalls ergänzt werden.
Dazu werden regelmäßige Phasen eingerichtet, in denen die Dokumentationen überarbeitet werden. Die Schüler erhalten dann auch die Gelegenheit, ihre Einträge zu vergleichen, zu
besprechen und zu ergänzen. Am Ende einer Reihe kann ein rückblickender, das Kapitel abschließender Eintrag erfolgen.
die Dokumentation hilft Schülern und Lehrerin beim Gespräch über die individuellen Lernfortschritte. Gemeinsam überlegen sie, welche Entdeckungen gemacht worden sind, welche
Ergebnisse als gesichert angesehen werden können. Es wird besprochen, welche Arbeiten gelungen sind und welche nicht. Damit stellt die Dokumentation ein wichtiges Mittel zur Qualitätssicherung dar.
11. Stundenplan/ Zeitansatz
Für den Unterricht in Naturwissenschaften/ Technik werden pro Woche zugeordnet:
Klasse 1: 1 Wochenstunde Klasse 2: 1 Wochenstunde gebündelt zu einer alle zwei Wochen stattfindenden Doppelstunde
Klasse 3: 2 Wochenstunden gebündelt zu einer wöchentlichen Doppelstunde Klasse 4: 2 Wochenstunden gebündelt zu einer wöchentlichen Doppelstunde
Darüber hinaus sind im Sinne epochaler Verfahren auch längere Zeitabschnitte möglich: z.B. ein gesamter Schulvormittag. Da ist besonders im Bereich Technik sinnvoll. Der Aufbau von
Konstruktionen mit einem Metallbaukasten ist je nach Objekt nicht in zwei Unterrichtsstunden möglich. Soll in der nächsten Woche an der Konstruktion weiter gearbeitet werden, sind die Bauteile blockiert
und nicht von anderen Klassen nutzbar.
12. Reflexive Koedukation
Gerade in den Bereichen Naturwissenschaften und Technik werden die unterschiedlichen Interessen, Sichtweisen und Lernwege von Jungen und Mädchen besonders stark berührt. Diese
Unterschiede können sich unmittelbar auf den Erwerb von Wissen und Kompetenzen auswirken. Daher müssen die Wirkungen tradierter geschlechtsstereotyper Rollenmuster und Erwartungshaltungen, von denen
Mädchen und Jungen schon bei ihrem Eintritt in die Schule geprägt sind, unbedingt be- rücksichtigt werden.
Die Richtlinien fordern aus diesem Grund, dass Lernarrangements geschaffen werden, in denen die Wissens- und Kompetenzvermittlung geeignet ist, evtl. bestehende Benachteiligungen zu
beseitigen und Defizite auszugleichen. Der Unterricht muss so angelegt sein, dass eine gezielte Mädchen- und Jungenförderung im Sinne der reflexiven Koedukation möglich ist. Die Kinder müssen die
Möglichkeit erhalten, Vertrauen in die eigene Stärke und Lernfähigkeit zu entwickeln.
Interesse für Naturphänomene und die Erforschung ihrer Ursachen und Wirkungen liegt nicht ausschließlich und naturgegeben in Interessenbereichen von Jungen. Da Mädchen und Jungen
grundsätzlich gleichermaßen für diese Bereiche qualifiziert sind, bedarf es einer besonderen Förderung der Mädchen, damit auch sie in Zukunft verstärkt naturwissenschaftliche Leistungskurse wählen und
Ausbildung in naturwissenschaftlichen bzw. technischen Berufen in ihre Lebensplanung einbeziehen.
Als Konsequenz für den Unterricht ergibt sich daraus, dass die Koedukation phasenweise bewusst aufgehoben wird. Dazu bieten sich zwei Modelle an:
- Unterricht im Klassenverband aber geschlechtshomogene Gruppenarbeit - klassenübergreifende geschlechtshomogene Gruppen
Da das Modell klassenübergreifender geschlechtshomogener Gruppen große organisatorische Probleme mit sich bringt, erhält das Modell der geschlechtshomogenen Gruppenarbeit innerhalb
einer Jahrgangsklasse zunächst den Vorzug.
Dem Modell der klassenübergreifenden geschlechtshomogenen Gruppen ist in jedem Fall der Vorzug einzuräumen, damit beide Geschlechter völlig unbeeinflusst vom jeweils anderen
Geschlecht an die spezifischen Problemstellungen heran gehen können. Langfristig wird daher auch über die Umsetzung klassenübergreifender geschlechtshomogener Gruppen zu beraten sein.
13. Personal
Bedingt durch die Forderungen des neuen Lehrplans (Kompetenzorientierung) und durch die spezifischen Anforderungen der Bereiche Naturwissenschaften/ Technik kommt beim Einstieg in die
Umsetzung des vorliegenden Konzeptes in der Anlaufphase das Personal zum Einsatz, das ein hohes Eigeninteresse an den Naturwissenschaften Physik und Chemie und an der Technik und in diesen Bereichen
durch Studium und Ausbildung als Lehramtsanwärter/in Kompetenzen erworben hat.
Durch geeignete Fortbildungsmaßnahmen und ein noch zu erarbeitendes Unterstützungssystem wird möglichst kurzfristig angestrebt, dass viele/ alle Mitglieder des Kollegiums mit den
ihnen anvertrauten Lerngruppen einen effektiven Unterricht in den Bereichen Naturwissenschaften/ Technik praktizieren können.
14. außerschulische Lernorte
Als außerschulische Lernorte bieten sich z.B. an:
- Deutsches Museum – Abteilung Bonn - Arithmeum - Wahnbachtalsperre mit Wasseraufbereitungsanlage - Trinkwassergewinnung am Bornheimer Wäldchen oder in Meindorf
- Klärwerk Hersel - ortansässige Technologieunternehmen - Energiemuseum Leverkusen - Phänomenta Lüdenscheid - Odysseum in Köln - Blockheizkraftwerk in Sechtem
15. Fortbildung
Um die unter Pkt. 2 dargestellten Zielsetzungen erreichen zu können, bedarf es einer spezifischen Unterrichtskonzeption. Voraussetzung ist die positive Einstellung der Lehrkräfte zu
den Naturwissenschaften Physik und Chemie sowie zur Technik einschließlich eines hohen Eigeninteresses an diesen Bereichen.
Darüber hinaus müssen in Fortbildungsmaßnahmen nachfolgende Kompetenzen erworben werden:
- Wie gestaltet man eine kompetenzorientierte Unterrichtskonzeption? - Wie ermöglicht man den Kindern den Erwerb von Kompetenzen? - Wie gestaltet man einen Unterricht weg von
der Instruktion und hin zur Konstruktion? - Wie erhält man bei den Kindern das Interesse an der Sache? - Wie weckt man in Kindern die Bereitschaft, sich intensiv mit einer Sache zu
beschäftigen, in die Tiefe einzudringen? - Wie hilft man Kindern bei der Entwicklung einer gut zu untersuchenden Forscherfrage?
- Wie begleitet man die Kinder bei der selbstständigen Planung einer Untersuchung? - Wie weckt man die Freude am systematischen Experimentieren?
- Wie fördert man die Bereitschaft, Forschungsergebnisse zu dokumentieren? - Wie erfüllt die Lehrkraft ihre Rolle als Beraterin/ Lernbegleiterin? - Wie wird eine sinnvolle Differenzierung umgesetzt?
Mit der Planung der Fortbildung sowie der Suche nach kompetenten Moderatoren wird das Fortbildungsteam der Herseler-Werth-Schule beauftragt.
16. Unterstützungssystem
Da das Projekt “Förderung der Naturwissenschaften und der Technik” einem hohen Anspruch genügen soll und daher sehr umfangreich angelegt ist, wird in der Schule ein
Unterstützungssystem in Form eines Steuerungsteams installiert. Dieses Team entwickelt das schulinterne Curriculum, ermittelt die zu beschaffenden Materialien, kümmert sich um die Einrichtung des
Raumes und verwaltet die Materialsammlung.
Darüber hinaus erstellt das Team Arbeitskarten mit Hinweisen zu den einzelnen Themenbereichen. Diese Arbeitskarten werden für die Kolleginnen eine große Erleichterung bei der
Vorbereitung des Unterrichts sein. Außerdem erhalten sie Hintergrundinformationen über die naturwissenschaftlichen Zusammenhänge der Phänomenen.
17. Kooperationspartner
Im Einzugsbereich der Herseler-Werth-Schule liegen drei Kindertagesstätten. Da das Interesse für die Naturwissenschaften bereits in den Kita
geweckt werden soll, wird eine Kooperation mit den Einrichtungen angestrebt. Nach der Umsetzung des vorliegenden Konzeptes wird die Herseler-Werth-Schule über ideale Möglichkeiten für die Beschäftigung
mit naturwissenschaftlichen und technischen Problemstellungen verfügen. Die KiTa werden eingeladen, diese Möglichkeiten im Rahmen ihres Bildungsauftrages zu nutzen.
Im Rahmen des Primarforscherprojektes benötigen die Modellschulen so genannte „Tandemschulen“. Mit der Grundschule Sürster Weg in Rheinbach befindet sich eine
Primarforscher-Modellschule im gleichen Schulamtsbezirk wie die Herseler-Werth-Schule. Erste Beratungen haben ergeben, dass die Schulleitung der GGS Sürster Weg daran interessiert ist, mit der
Herseler-Werth-Schule als Tandemschule zu kooperieren. Die Herseler-Werth-Schule hat sich bei der Leitung des Projektes „Primarforscher“ als Tandemschule beworben. Eine Entscheidung wurde bislang
noch nicht getroffen.
Mit dem Mädchengymnasium und der Mädchenrealschule der benachbarten Erzbischöflichen Ursulinenschule wird eine Kooperation angestrebt. Im Sinne einer besonderen Förderung der Mädchen
in Naturwissenschaften und Technik ist es wünschenswert, dass die in der Grundschule gelegten Grundlagen von den weiterführenden Schulen aufgegriffen und ausgebildet werden. Welche Formen der Kooperation
sich anbieten und umgesetzt werden können, muss mit den jeweiligen Schulleitungen beraten werden.
Mit der Europaschule Bornheim wird ebenfalls eine Kooperation angestrebt. Erste Beratungen mit dem stellvertretenden Schulleiter haben ergeben, dass von Seiten der Europaschule ein
Interesse an einer Kooperation besteht. Eine Kooperation mit dieser Schule ist insofern interessant, weil in der Europaschule der naturwissenschaftliche Unterricht ähnlich den unter Pkt.6 beschriebenen
didaktischen Grundsätzen konzipiert ist. Über die Kooperationsdetails wird im Frühjahr 2009 mit der Schulleitung der Europaschule beraten.
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